Blue Mountains National Park

Von den blauen Bergen kommen wir…

Ich konnte mir nicht helfen. Als ich von den Blue Mountains hörte, musste ich unweigerlich an ein Lied aus meiner Schulzeit denken. Der Ohrwurm saß die ganze Fahrt über tief im Gehörgang.

„Von den blauen Bergen kommen wir.

Unser Lehrer ist genauso blöd wie wir.“

Kinderlied

Jedenfalls bis wir die Blue Mountains, die blauen Berge, schließlich erreichten. Überwältigt von den weiten Canyons und den unendlich erscheinenden Eukalyptuswäldern, war das letzte, das mir in den Sinn kam, ein Kinderreim. Und um eins gleich vorweg zu nehmen: die Blue Mountains sind wirklich blau!

Die Blue Mountains tragen ihren Namen nicht ohne Grund. In der Ferne sind sie wirklich blau.
Die Blue Mountains tragen ihren Namen nicht ohne Grund.

Tagesausflug in die Berge

Wir hatten für die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel eine Unterkunft in Sydney. Da wir aber nicht elf Tage in der Stadt verbringen wollten, machten wir einen Ausflug in die Berge.

Unsere erste Station in den Blue Mountains waren die Wentworth Falls. Wir parkten den Mietwagen in der Nähe und gingen zunächst zu einem Aussichtspunkt, von dem man den Wasserfall und den Canyon überblicken konnte. Anschließend wanderten wir noch ein kleines Stück zu einer der Stufen des Wasserfalls und machten dort kurz Rast.

Wandern in den Blue Mountains

Voll motiviert und mit reichlich Flüssigkeit im Gepäck, machten wir uns auf den Weg. Für unsere vorab geplante Wanderung haben wir uns eine Anfängerroute ausgesucht, die man in drei bis vier Stunden bewältigen sollte. Ein großer Rundweg, der Grand Canyon Track.

Auf den ersten hundert Metern kamen uns einige Leute entgegen, die uns erschöpft nach der verbleibenden Strecke fragten. Sie waren überaus erleichtert, als wir ihnen sagten, dass es nicht mehr weit sei.

Wanderwege in den Blue Mountains - Wegweiser

Uns überkam dabei das Gefühl, eventuell doch etwas übermotiviert gewesen zu sein. Aber wir hielten an unserem Plan fest. Dachten wir jedenfalls.

Unwegsames Gelände

Wir kamen an einer kleinen, felsigen Lichtung an, an der einige Wanderer gerade ein Gruppenfoto machten. Ein Fotograf war bereits gefunden und so wollten wir nicht stören und gingen weiter geradeaus. Dass es sich dabei nicht um die klügste Entscheidung des Tages handelte, bemerkten wir erst viel später.

Der Weg wurde immer schmaler, steiler und durch wilden Pflanzenwuchs auch immer unzugänglicher. Spätestens am letzten Hinweisschild hätten wir stutzig werden sollen. Wurden wir aber nicht.

Auch als uns herabgestürzte Felsbrocken und entwurzelte Bäume den Weg versperrten, wanderten wir munter weiter. Blutige Anfänger. Aber motivierte, blutige Anfänger.

Drohnenflug ohne GPS

An einer Lichtung hinter einer Felskante entschieden wir uns, unsere Drohne für ein Selfie steigen zu lassen. Wir haben schließlich schon länger keine Person mehr gesehen. Wen sollte es also stören?

Leider bekam die Drohne im Canyon kein GPS-Signal. Wir konnten bzw. wollten sie daher nicht zu weit entfernt fliegen lassen. Immerhin: Das Foto das wir machten zeigt sehr gut, wie unser Pfad aussah.

Pause im Schatten. Zeit für ein Selfie mit der Drohne.

Schild. Bürger. Streich?

Bei unserer Pause kam dann auch irgendwann die Erkenntnis. Wir haben uns verlaufen! Das konnte einfach nicht der richtige Weg sein. Aber wann und wo sind wir falsch abgebogen? Wir wussten es nicht. Aber wir wussten, dass wir auf diesem Weg keine weiteren zwei oder drei Stunden wandern konnten. Also trafen wir die Entscheidung umzukehren.

Bergauf waren die losen Stein, umgestürzten Bäume und tief in den Weg hineinragenden Pflanzen ein noch viel größeres Hindernis als auf dem Weg bergab. Wir machten drei oder vier Pausen, ehe wir an der Stelle ankamen, an der zuvor besagtes Gruppenfoto geschossen wurde.

Jetzt, wo niemand an diesem Ort war, sahen wir den Wegweiser. Wir hätten einfach nur rechts abbiegen müssen. So eine Schande! In unserer Verzweiflung gaben wir der Gruppe, die das Schild belagert hatte, die Schuld an unserem Unglück.

Weiter mit müden Beinen

Zum Glück gibt es im Blue Mountains National Park noch viele Wasserfälle, Aussichtspunkte und Landmarken, die man auch problemlos mit dem Auto ansteuern kann. Unsere Knochen haben wirklich schlapp gemacht.

Kein Wunder, denn laut unserer Health-App auf dem iPhone haben wir umgerechnet 114 Stockwerke erklommen. Wir hätten also genau so gut das Empire State Building zu Fuß bezwingen können.

Drohnenflug am Pulpit Rock

An der Zufahrt zu einem Aussichtspunkt am Pulpit Rock fuhren wir ein kleines Stück in den menschenleeren Busch und ließen die Drohne starten. Diesmal war das GPS-Signal kein Problem. Da wir mittlerweile einen zweiten Akku haben, konnten Edith und ich noch ein bisschen mit der Drohne spielen und unsere Flugmanöver trainieren. Die Aufnahmen die die kleine DJI Spark macht sind einfach klasse!

Zu den drei Schwestern – Three Sisters

Ein besonderes Wahrzeichen der Blue Mountains sind die Three Sisters. Eine Felsformation mit drei Gipfeln. Wir parkten in der Nähe und gingen zum touristisch erschlossenen Aussichtspunkt. Hier war echt die Hölle los! Sämtliche Reisebusse machten an den Three Sisters halt. Wir kämpften uns durch die Menschenmassen und versuchten, die Aussicht so gut es ging zu genießen.

Three Sisters im Blue Mountains National Park
Die Three Sisters im Blue Mountains National Park.

Mittlerweile war es schon spät am Nachmittag und die Rückfahrt nach Sydney dauerte fast zwei Stunden. Wir machten uns daher auf den Heimweg und gingen früher als üblich ins Bett.

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2 Antworten auf “Blue Mountains National Park”

  1. Wow die Fotos sind toll. Lese gerne eure Berichte 😘 weiterhin viel Spaß. Liebe Grüße Beate

    Antworten

    1. Dankeschön! Das freut uns :-*

      Antworten

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